Februar 2011 - Ayurveda Fachartikel von Dr. Hans H. Rhyner

Dr. Hans H. Rhyner (MD, Phil.)

Frühling, Zeit der Veränderung

03/2011 - Monatsartikel von Ayurveda-Experte Hans H. Rhyner MD & PhD (alternative medicines), Naturarzt (CH)

Vasant, der Sanskrit Name für Frühling steht auch für Freude, Frische oder neue Kraft und beflügelt seit jeher Poeten in Ost und West. Das neue Jahr beginnt daher in vielen Kulturen erst Mitte März und nicht mit einem sehr abstrakten Ereignis (1. Januar), das eigentlich gar keines ist.

Der Frühling, ein neues Leben, eine neue Chance, ein neuer Beginn. Es gilt, die Altlasten abzustreifen. Der populäre Ausdruck dafür lautet Winterspeck. Den Schutzmantel, den wir zuvor dringend gebraucht haben, wird jetzt zur Last und ernsten Bedrohung für die Gesundheit. Dieser Speck schmilzt bildlich gesprochen wie der Schnee in der Frühlingssonne und zirkuliert in Form von Schlacken via Blut und Lymphe im Körper. Ein typisches Symptom für die Präsenz solcher Schlacken ist die Frühjahrsmüdigkeit. Das geschieht dann, wenn es für einige Zeit deutlich wärmer wird.

In der Ayurveda nennen wir solche Schlacken Ama. Symptome für die Präsenz solcher Schlackestoffe sind:

Ø  Lethargie

Ø  Müdigkeit

Ø  Erhöhter Schlafbedarf

Ø  Reduktion des Appetits

Ø  Ein weisser Belag frühmorgens auf der Zunge

Ø  Schleimiger Stuhl

Ø  Angeschwollene Unterschenkel, Füsse und Hände

Ø  Schwaches Gewebe

Unabhängig von der individuellen Konstitution sind in solchen Fällen Kapha reduzierende Ernährung und Aktivitäten angezeigt, welche diese Zustände wirksam reduzieren.

Empfehlungen für Ernährung und Lebensführung im Frühling

Für alle, die nicht unter Gewichtsverlust oder anämischen Zuständen leiden, ist Fasten entsprechend Ihrer Konstitution angezeigt:

Ø  Für Vata und Vata-Pitta Konstitutionen:

Gehen Sie einen Monat lang jeden dritten Tag oder mindestens zweimal in der Woche ohne Abendessen ins Bett und essen Sie erst am nächsten Mittag eine leichte Mahlzeit mit Suppe. Trinken Sie regelmässig auf den ganzen Tag verteilt 1 ½ bis 2 Liter heisses Wasser. Ansonsten sollen Ihre Menüs viel frisches Gemüse mit Sauce, Reis und Nudeln enthalten und etwas leichter sein als üblich. Verzichten Sie auf Fleisch, Yoghurt und Käse. Verschieben Sie Ihre intensiven Sportprogramme bis Sie mit dem Entschlacken fertig sind. Sie sind von Natur aus ein aktiver Mensch und sollten Sich in dieser Übergangsphase nicht verausgaben. Yoga, insbesondere Abends vor dem Einschlafen hilft Ihnen, Ihr unruhiges Gemüt zu besänftigen und sorgt für einen guten Schlaf. Geben Sie zweimal in der Woche vor dem Baden oder Duschen Sesam- oder ein spezielles Ayurveda-Öl auf Kopf und Körper.

Ø  Für Pitta Konstitutionen:

Legen Sie einen Monat lang jeden dritten Tag oder mindestens zweimal in der Woche einen Fasten und Safttag ein. Sie verzichten dabei auf Ihr Frühstück und trinken lediglich ein bis zwei Tassen heisses Wasser. Zu Mittag gönnen Sie Sich zwei bis maximal drei Deziliter frischen Gemüsesaft, der mit etwas gerösteten und zermörserten Koriander und Kreuzkümmelsamen und etwas Kräutersalz verfeinert werden kann. Wenn Sie Durst empfinden trinken Sie normales Wasser oder abgekochtes Wasser, das auf Raumtemperatur abgekühlt ist. Zum Abend trinken Sie dann ein Glas frisch gepresster Fruchtsaft, der auf keinen Fall Orangen, Ananas oder Grapefruit enthalten sollten. Ideal sind süsse Früchte oder Granatapfel. Diesen Fruchtsaft können Sie mit Wasser verdünnen. Am nächsten Morgen essen Sie dann wieder wie normal, verzichten aber auf Fleisch, Wurstwaren, Yoghurt, Käse sowie generell auf fettige, saure, stark salzige, ölige und in Fett gebackene Speisen. Versuchen Sie in dieser Zeit, Ihre geschäftlichen und privaten Geschäfte etwas zu reduzieren. Nutzen Sie die Zeit für ausgiebige Spaziergänge in der freien Natur. Ein paar Yogaübungen am Abend gleichen Ihre Energien optimal aus. Geben Sie einmal in der Woche vor dem Baden oder Duschen Oliven- oder ein spezielles Ayurveda-Öl auf Kopf und Körper.

Ø  Für Kapha, Vata-Kapha und Pitta-Kapha Konstitutionen:

Alle Konstitutionen mit einer Kapha Komponente eignen sich gut für ein rigoroseres Fasten, sind aber auch von Ama besonders gefährdet. Um den sogenannten Jojo-Effekt zu vermeiden, sollten Sie nicht ohne Unterbruch für lange Zeit fasten. Gehen Sie einen Monat lang jeden dritten Tag oder mindestens zweimal in der Woche ohne Abendessen ins Bett und essen Sie erst am Abend des nächsten Tages eine leichte Suppe. Trinken Sie regelmässig auf den ganzen Tag verteilt 1 ½ bis 2 Liter heisses Wasser, indem Sie etwas frischen Ingwer mitgekocht haben. Ihr sonstiges Menu soll viel Gemüse, das Sie kurz andämpfen und mit etwas pikanten Gewürzen versehen, enthalten. Verzichten Sie auf frische Früchte, rohes Gemüse, Fleisch, Wurstwaren, Yoghurt, Käse sowie generell auf stark gesalzene, fettige, ölige und in Fett gebackene Speisen. Bewegung und das so viel wie möglich ist ein Muss für Sie. Auch hier sind ausgiebige Spaziergänge und Yoga angezeigt. Eine Masssage mit Kokoszitronenwickel sorgt für, dass Ihre haut auch an den Problemstellen wieder glatt und straff wird. Die Pulvermassage (Udvartana) ist eine sehr effektive Behandlung, um das Kapha der Haut und im Fettgewebe zu reduzieren.

Mit meinen besten Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen.

Hans H. Rhyner

dr.rhyner@ayurveda-rhyner.com

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