Juni 2011 - Ayurveda Fachartikel von Dr. Hans H. Rhyner

Fachartikel von Hans H. Rhyner - Ayurvedaöle aus Europa 

Ayurvedische Öle mit europäischen Heilpflanzen in kbA Qualität

Ayurvedische Öle werden in der Pharmazie als Thaila bezeichnet und sind Fettpräparate, bei denen Öle zusammen mit bestimmten wässrigen Auszügen (Kashaya), Pasten (Kalka), Frischpresssäften (Swarasa) oder anderen Zutaten gekocht werden. Dieser Prozess soll das Resorbieren der Wirkstoffe über die Haut sicherstellen. Das Wort Thaila kommt von Tila, was Sesamsaat bedeutet, denn grösstenteils wird in der Herstellung von Thaila Sesamöl verwendet. Möglich sind auch Mischungen mit Rizinus-, Kokos-, Distel-, Hanf- oder Sonnenblumenöl und Butterfett (Ghee).

Grundsätzlich regulieren alle Thaila überschüssiges Vata und erhöhen Pitta sowie Kapha, kommen aber auch zur Behandlung von Pitta- und Kapha Störungen zum Einsatz, weil ein auf ayurvedische Weise hergestelltes Thaila auch die pharmazeutischen Eigenschaften der beigemischten Substanzen übernimmt. Idealerweise sollten Thaila in Glasflaschen in dunklen, kühlen Räumen gelagert werden. Dann bleibt die Wirksamkeit zwei Jahre erhalten. Im Praxisalltag arbeite ich mit etwa 15 verschiedenen Ölen. Sie kommen beim Pancakarma, bei Medical Wellness oder bei spezifischen Indikationen zum Einsatz. Bis in die Neunzigerjahre brachte ich die Öle aus meinem indischen Betrieb mit. Jährlich musste ich viele abgelaufene Öle, die ihre Wirksamkeit ganz oder teilweise eingebüsst hatten, entsorgen. Irgendwann konnte ich das nicht mehr akzeptieren und daher beschlossen meine Frau und ich, alle Öle in Österreich selbst herzustellen. Wir suchten Biobauern der Region auf und fanden heraus, welches Pflanzenmaterial angebaut wurde. Versehen mit der Liste lieferbarer Pflanzen begannen wir mit der Formulierung der Basisöle: Vata, Pitta, Kapha, Desha (Tridosha) und Bhringa (Kopföl). Im Praxisalltag konnten wir die Wirksamkeit überprüfen und den Herstellungsprozess sowie die Formeln ständig verbessern.

Vom Zusammenmischen und Abkochen des wunderbaren Ausgangsmaterials bis hin zur Massage am Kunden bereitet es uns immense Freude und Befriedigung, die enorme Wirkkraft unserer Thaila tagtäglich zu beobachten. Die frischen biologischen Kräuter der Region besitzen solch enorme energetische Wirkkraft (Virya), dass ich mit viel weniger Pflanzenmaterial die gleiche therapeutische Effizienz erreiche, als ich es von meinem Herstellungsbetrieb in Südindien her gewohnt war. Besonders stolz waren meine Frau und ich, wie wir letztes Jahr Besuch eines angesehen Ayurvedaherstellers aus Kerala erhielten. Er stammt aus einer angesehen Familie von Ayurveda Spitzenmedizinern, die seit über 200 Jahren Thaila herstellen. Er war so begeistert von der erstklassigen Qualität der biologischen Heilkräuter und von unseren Ölen, dass er uns gebeten hat, ihm diese nach Indien zu liefern.

Was sind nun die Kriterien, nach denen wir die europäischen Heilpflanzen nach ayurvedischen Prinzipien aufschlüsseln? 1988 begann ich mit einem alten Vaidya die Suche nach europäischen Alternativen zu indischen Heilpflanzen.........

Literatur: Heilpflanzen im Ayurveda von Hans H. Rhyner im AT Verlag Baden & München - ISBN 3-03800-279-8

Anmerkung: wir haben weitere Artikel auf unserer Website veröffentlich - Gerne senden wir Ihnen auf Anfrage den kompletten Artikel als PDF oder per Post (Spesenübernahme vom Empfänger) zu.

 

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