Die Sprache der Tiere und Pflanzen - Irene Rhyner

Hörst Du mich?

Nimmst Du mich wahr?
Die Natur berührt uns. Je nachdem, welche Antennen wir ausfahren, kann sie uns fein, vorsichtig, berauschend, überwältigend, forsch, dramatisch, stark, wunderbar erreichen. Wenn wir hell und wach sind, vermögen wir über unsere Sinne und Seele die Schönheit und Einzigartigkeit von Tieren und Pflanzen zu erkennen. Unser inneres Auge kann die Verbindung wahrnehmen, die, je nach Bezug zu einem Tier oder einer Pflanze, mehr oder weniger stark sein kann.

Jedes Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) zeigt durch das offensichtliche Vorhandensein gewisser Hauptmerkmale und Eigenschaften der 5 großen Elemente (Panca Mahabhuta), wie es angelegt ist und stellt seine Ur-Natur (Prakriti) dar. Wir können erkennen, ob es sich eher um ein feines, zartes, ein dynamisches oder ein schwerfälligeres Tier oder Pflanze handelt. Stellen Sie sich eine Maus, einen Tiger und einen Elefanten vor. Oder ein feines Zittergras in der windigen Steppe, eine dornige Rose auf sandigem Grund in Marokko und eine massive Eiche in einem üppigen Blätterwald in der Voralpenregion. Sie merken schon, worauf ich hinaus will. Die Bioenergie (Dosha) von Pflanzen und Tieren zeigt sich auf der materiellen Ebene immer eindeutig.

Es liegt an uns, den Geheimnissen näher zu kommen und sie zu entdecken. Lernen wir Zuhören, lernen wir Lauschen, lernen wir Sehen, lernen wir die Fühlsprache. Oft kann es schwierig sein, einem Menschen nahe zu kommen, ihn wirklich zu verstehen, selbst wenn wir eigentlich die gleiche Sprache sprechen?

 

Wie einfach wirkt es dagegen, sich mit einem vertrauten Tier zu verständigen. Tiere zeigen uns ihre wahre Seele. Ihr Charakter spricht ohne Lug und Trug. Wenn ich an unsere Hündin Luna denke, dann nehme ich eine eindeutige Sprache wahr. Kommuniziert sie über Ihre Seele mit mir? Ich weiß es nicht, aber ich fühle es so. Lebensfreude, Aktion, Aufregung, Ekstase, Geduld, Sorge, Nervosität, Angst. Da ist pure Emotion. Sofort und klar verstehe ich. Alles ist erkennbar, was sie mir sagen will, was ich wissen muss. Ihre Hundeseele offenbart sich mir. Ohne wenn und aber. Da gibt es keine Misstöne. Vertrauen und Ehrlichkeit, das hinterfrage ich nicht. Sie sind einfach da.
In der Ayurveda nennen wir diese Charaktersprache der Seelenenergie „sattvisch“. Sattva ist das Prinzip der Helligkeit, der Reinheit, des universellen, göttlichen Prinzips. Davon haben Tiere und Pflanzen in Hülle und Fülle in Ihrer Ur-Natur mitbekommen. Übrigens auch wir Menschen.

 

VATA, PITTA, KAPHA - die 3 Ayurveda Haupt Dosha sind klar erkennbar. Die feinen, leichten Elemente von Äther und Wind finden sich als VATA Dosha zum Beispiel beim Mäuschen und im Zittergras, die leuchtende Energie und Leidenschaft von Feuer und Wasser sind beim Tiger und der roten Rose zu spüren, die Elemente Wasser und Erde sprechen uns mittels KAPHA Dosha an, wenn wir den Elefanten oder die starke Eiche mit dem dicken Stamm wahrnehmen.

 

Auf der psychischen Ebene sprechen wir von den TriGuna (Charakterenergien), die wir SATTVA, RAJAS, TAMAS nennen. Sie sind bei Tieren und Pflanzen zum Teil schon in einem Genkonzept angelegt.
Ein Mäuschen wird sich anders verhalten als ein Elefant. Deshalb müssen wir ihm anders begegnen und seine Bedürfnisse anders wahrnehmen. Ein Schlag auf ein Mäuschen könnte tödlich enden, der gleiche Kraftaufwand beim Elefanten löst keine oder nur eine geringe Reaktion aus. Ebenso wird ein Zupfen beim Zittergras einem Erdbeben gleichkommen, wogegen die Eiche bei gleicher Bewegung noch nicht mal ein Blatt fallen lässt.

 

Wie kommunizieren wir auf der feinstofflichen Ebene?

In unserem Bauernhof im Weinviertel leben seit etlichen Jahren 4 Katzen mit uns. Sie alle haben Namen: Rosi, Snoopy, Pünktchen, Prinzessin. Mein Mann uns ich sind viel auf Reisen und die Katzen leben in schönster Natur, schlafen im Heustadel, kriegen ihr Fressen und gehen ihren Weg. Oft sind nur 2 Katzen am Hof, die anderen beiden treiben sich wochenlang irgendwo herum.
„Schwups“, kaum sind wir nach einer längeren Reise wieder nach Hause, schnurren Sie vor unseren Fenstern, mauzen, wollen ihr Fressen und sich kraulen lassen. Wieso wissen die Katzen, dass der Zug um 14.50 angekommen ist und wir 10 Min. später das Haus betreten würden? Unsere Mitarbeiterin ist jedenfalls immer erstaunt, dass alle 4 Katzen wieder da sind, sobald einer von uns heim kommt. Wir haben Ihr verschwiegen, daß wir der Katzenmama Rosi vorab eine SMS geschickt haben. Rosi informiert rechtzeitig die anderen Katzen. Deswegen klappt das Timing zwischen uns hervorragend. Alle Katzen stehen dann Spalier, wenn wir zu Hause eintreffen.
Spaß bei Seite - wir wissen es nicht.

 

Das Mysterium bleibt.

Ich bin überzeugt,  dass die Fühlsprache, der 6. Sinn zwischen Mensch und Tier wunderbar funktioniert, zum Teil besser als bei vielen Menschen untereinander. Wenn es mir gut geht, geht es unserem Hund gut. Luna ist dann tief entspannt. Ich muss ihr das nicht sagen, Sie weiss es bereits. Bin ich unruhig, versteht Luna schon einen halben Tag vorher, dass ich bald die Koffer packen werde und wartet bereits seit Stunden an der Haustür, um die Abfahrt nicht zu verpassen.
Ein Phänomen? Eine klare Sprache? Seelenverständnis? Wo ist sie die Seele? In der Ayurveda nennen wir den Begriff der Ur-Seele, die alles verbindet, ewig währt und alles überdauert, die Kraft des ewigen Geistes „Purusha.“

Purusha wertet nicht, Purusha ist und doch nicht. Es ist keine Existenzform, die wir sehen oder kennen, dennoch ist sie allgegenwärtig. Sie ist reines Bewusstsein.

Wir können uns mit ihr verbinden und erfahren Glück, Freude, Liebe - einfach nur so. Wir müssen nichts dafür tun. Fauna und Flora verbinden sich über Purusha in spiritueller Art und Weise mit uns. Sie sind erfüllt von Ihrem Sein und sie berühren direkt unsere Seele.

Drastische Eingriffe (Genmanipulation und Überzüchtungen) der Natur stören den ursprünglichen energetischen Weg der Naturseele und wenn dem nicht Einhalt geboten wird, führt das unweigerlich zur Zerstörung.
Pflanzen und Tiere signalisieren uns, daß etwas nicht stimmt. Die Potenz und Wirkung von Pflanzen kommen verändert daher. Über die Triguna (Charakterenerigen) empfangen wir auf einmal Botschaften, die so nicht vorgesehen waren. Sattva, das helle, feine natürliche Energieprinzip der Pflanzen kann zum Teil nur mehr mangelhaft übermittelt werden. Rajas (Leidenschaft) und Tamas (Trägheit, Dunkelheit) nehmen stetig zu. Pflanzen und Tiere dienen als Botschafter der Triguna. Sie fungieren als Transportmittel und Übersetzer.
Überdüngt und manipuliert verstehen die Pflanzen und Tiere ihre eigene Sprache oft selbst nicht mehr. Es herrscht Verwirrung. Sie mutieren zu Handlangern, deren Meister nichts Gutes im Sinn haben. Die Pflanzenseelen geben uns genügen Signale inne zu halten und werden so oft überhört. Nicht umsonst haben so viele Menschen Probleme mit Ihrer Körperenergie und Psyche.

 

Pflanzen oder Tiere, die uns nähren, erhalten nicht mehr den Respekt und die Achtung, die sie verdienen. Wie sollen sie uns positive Energie vermitteln können, wenn ein gigantisches Wirtschaftszüchtungssystem die Herrschaft übernommen hat, das hauptsächlich Tamas produziert. Wer Vegetarisch lebt, kriegt die Überdüngung ab, wer vegan lebt, ebenso. Mit Biolebensmitteln kann man sich noch am besten behelfen um möglichst viel Sattva zu erhalten. Wer Fleisch ißt, sollte sich vergewissern, woher das (Bio)Fleisch stammt und wie die Tiere gehalten wurden. Ebenso schreit die Wasserseele, die langsam aber sicher nur mehr in Plastikflaschen erhältlich ist. Der große Plan von Mutter Natur wird über den Haufen geworfen und es liegt an uns, an jedem Einzelnen von uns, die Ur-Natur zu schützen, das Konsumverhalten zu überdenken und vor allem die Seelensprache jedes Lebewesens wieder zu hören. Mit Mülltrennung alleine ist uns nicht gedient.

 

Müll erst gar nicht zu produzieren, ist das eigentliche Thema, damit die Seelen der Pflanzen und Tiere und somit auch wir gerettet werden können. Wer braucht 20 verschiedene Frühstücksflaces? Wer braucht eine einzelne Banane in Zellophan gepackt? Wer braucht einen übervollen großen Einkaufswagen mit Nahrungsmitteln, die keine Lebensenergie mehr in sich tragen? Der Kreislauf der Natur sieht wirklich anders aus.

 

Wenn wir über die feine, sattvische Dimension zuhören, können wir uns mit den Seelen-Wesen von Tieren und Pflanzen verständigen. Sensibilität hat nichts zu tun mit „Weichei“, im Gegenteil hier gehts um harte Fakten, die nur wirklich gute Zuhörer verstehen können.

 

Die Zeit der Gastfreundschaft, die wir auf dieser Welt genießen dürfen, sollten wir nutzen um so viel wie möglich zu verstehen. Dafür braucht es Offenheit, Wachheit und Lernbereitschaft.
Kontakt mit der Natur zu halten, die kluge Seelen-Energie von Pflanzen und Tieren zu fühlen, richtig zu deuten und danach zu handeln. Die Chance sollten wir nützen und steht allen offen.

Irene Rhyner, Ayurveda Spezialistin.
Beratungstermine und Programme in Wien, München, Schweiz und Mallorca.
irene.rhyner@ayurveda-rhyner.com


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