Wir sind wer wir sind - und was wir auch tun, wir werden uns nicht mehr los

Hey, wer bist Du denn?
Ein wilder Stier, eine langsame Schnecke, ein nervöses Huhn?

Also, ich weiß nicht wie es Ihnen damit geht, aber zu wissen in welche Kategorie man gehört, das ist schon nicht schlecht. Ob Männlein oder Weiblein.
Morgens vor dem Spiegel, Abends vor dem zu Bett gehen oder Nachts, wenn ich manchmal nicht schlafen kann, kommen Gedanken hoch, wer ich bin, wie es mir geht, was ich richtig gemacht habe oder nicht, ob ich was verändern soll, wo ich versagt habe, wo ich verändern, helfen möchte und ob ich das überhaupt kann. Was gut ist und was gerade nicht so positiv läuft. Ich nenne das meine ganz persönliche „Gedankenhygiene“.
In regelmäßigen Abständen begebe ich mich dann auf die Suche nach meinem Ursprung und bin guter Hoffnung, diesen wieder zu finden. Mich wieder zu finden. Möglichst rasch, denn wer weiß, wieviel Zeit mir noch bleibt. Dies ist keine Weltuntergangsverschwörung, sondern eine Tatsache, die wir einfach nicht leugnen können.
 
Ayurveda liefert auf die obige Frage, eine klare und sehr eindeutige Erklärung.
Wir sind was wir sind: „Prakriti“, unsere angeborene Grundkonstitution ist die Basis auf der körperlichen Ebene mit Grundprägung auf der Charakterebene. Sie begleitet uns wie ein Lebenslied und gibt den Takt vor. Ein Song der in uns niemals ganz verklingt. Oftmals tönt unser Lied ganz klar und zieht sich wie ein Ohrwurm durch die Tage. Dann geht es uns gut. Alles passt, ist im richtigen Rhythmus. Manchmal wird es auf einmal leise und wir können unsere Grundmelodie nicht mehr hören.
Plötzlich, zack, stehen wir da, und merken - es fehlt uns was - ach ja, wir vermissen unserer Sound!
Wenn Sie in so einer Situation sind, hat die innere Band die Noten verwechselt oder der Dirigent ist abgehauen. Oftmals werden wir durch Krankheit, einen Unfall oder anderen Schicksalsschlag wachgerüttelt. Die neue Situation veranlasst uns, über uns selbst nachzudenken. Oder Überforderung, Melancholie bis Depresssion tritt auf der psychischen Ebene ein, die fühlbar macht, dass das Lied nicht mehr stimmt und etwas Wesentliches verloren gegangen ist.

Wie ist das nun mit dieser Prakriti ?
Das Wort ist ein Ayurveda Vokabel und stammt aus dem Sanskrit, der altindischen Gelehrtensprache. Vergleichbar ist diese Sprache mit Latein in Europa. Sie wird von Ayurveda Gelehrten und Studenten auch heute noch rezitiert, gesprochen und geschrieben. Die Prakriti (Grundkonstitution oder Urnatur) wurde uns in die Wiege gelegt. Eigentlich schon vorher, beim Akt der Zeugung. Da war schon klar, wie wir auf die Welt schlüpfen und welche Konstitution uns als Mensch prägen würde.
Es gibt eine wunderschöne Ayurveda Geschichte, die erzählt, dass die Seelen als Getreidekörner auf die Rückkehr in eine neue Körperform warten. Ich denke dabei an wogende weite Sommerfelder, volle Ähren, die sanft vom Wind gestreichelt werden. Nun stellen Sie sich vor, wieviele Seelen da bereits warten. Wenn ein Paar ein Kind zeugt, steht die jeweils richtige, reife Seele schon parat und wartet nur darauf sich am passenden Platz einzunisten. Die Grundlage, Seelenenergie, ist schon vorhanden, bevor Mama und Papa sich lieben. Wenn beim Sex der Zeitpunkt stimmt, dann geht’s richtig los mit uns. Im  Verschmelzungsakt werden uns dann noch die genetischen Geschenkpakete der Eltern und der Urahnen überreicht.
Das haben wir nun davon: wir haben eine ganze Menge mitbekommen, ob es uns passt oder nicht, das werden wir nicht mehr los. Wir können nicht mal die Geschenke zurück geben. Die Rücknahmestelle ist immer geschlossen, wenn wir dort anklopfen.

Die Prakriti haftet an uns dran, wie ein lustiges Post it am Rücken eines Schülers, der nichts davon ahnt - alle wissen Bescheid und kichern darüber. Denn da steht groß geschrieben: VATA oder PITTA oder KAPHA oder ein Mischmasch (Dualdosha), zudem hängt noch ein Verweis mit SATTVA, RAJAS und TAMAS dabei, der Aufschluss über unsere Charaktereigenschaften gibt.
Die Prakriti ist zu verstehen als unsere Urnatur, die von den 5 großen Grundelementen = Pancamahabhuta geprägt wurde.
Wahrscheinlich sind sehr viele Leser ohnehin bereits vertraut mit diesen gängigen Ayurveda Grundbegriffen.
Für jene Menschen, die nicht sicher sind was das Wort DOSHA und die 3 wichtigen Begriffe VATA, PITTA und KAPHA  und SATTVA, RAJAS, TAMAS bedeuten, möchte ich die Ayurveda Basis nochmals kurz zusammenfassen.
Ayurveda bedeutet wörtlich übersetzt: AYUS = Wissen, VEDA = Leben. "Das Wissen vom Leben."
Die 5 großen Elemente - Äther, Luft, Feuer, Wasser, Erde - manifestieren sich mit ihren Eigenschaften in der Physiologie eines Menschen. Jeder trägt sozusagen das ganze Universum in sich. Bei jedem Einzelnen zeigt sich die Aufteilung allerdings ein bisschen anders.

Das macht uns zu Unikaten und wir sind trotz dem Post it am Rücken immer einzigartig.


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